Wall

(2005)

short chamber opera

libretto by Jonathan Safran Foer

commissioned by Staatsoper Berlin

first performance

Peter Mussbach - director

conducted by Max Renne

17/9/2005 » Staatsoper Berlin, Berlin

durata » 13′

to Sandra

Als mir der Auftrag zu wall im Juni 2005 angeboten wurde, waren schon alle sechs übrigen Stücke fertig. Ich hatte die drei zum Komponieren reservierten Wochen vor mir. Zu diesem Versuch an Musik und an mich selbst habe ich mich eigentlich nur wegen dem rafinierten und anziehenden Libretto von Jonathan entschieden. Ich wollte davor die anderen Stücke unbedingt sehen und – aber ich durfte sie keineswegs sehen… Die Wand stand vor mir und ich fand sie im Jonathan Libretto ganz geheimnisvoll dunkel. So farblos dunkel, dass sie wie ein schwarzes Loch alles schluckt. Ich wurde vom Text ganz geschluckt und konnte nicht raus. Ich habe meine „Helden“ gegen die Wand gejagt, da ich selber neugierig war (und bin), was hinter der Wand steckt. Als mein Stück fertig war, habe ich das Zimmer von meinen Kindern strahlend hell angestrichen. Es fiel mir das erste Mal ein, dass die Wand auch ganz weiss sein könnte, so dass von ihr alles zurückgeworfen werden kann. Streicht man die Wände weiss, um sie geheimnisloser zu machen? Um keine Lust zu haben, die Wand durchzubrechen? Man hat weniger Mut, gegen das Weisse zu rennen. Ich habe zum Schluss zwei Eckwände des Kinderzimmers anders gemacht – sonnengelb. Zu spät, das Stück wurde in Berlin schon geprobt.